Trend Eisbaden: Hype oder echter Gesundheits-Boost?
Vielleicht haben Sie es auf Social Media gesehen oder im Fernsehen: Menschen, die bei eisigen Temperaturen freiwillig in Seen steigen oder sich in Eiswannen setzen. Der Trend „Eisbaden“ (oder „Cold Plunging“) boomt.
Aber ist dieser Kälteschock nur eine Mutprobe oder steckt ein echter gesundheitlicher Nutzen dahinter? Wir schauen uns an, was die Wissenschaft dazu sagt.
Was passiert im Körper beim Eisbaden?
Der Sprung ins eiskalte Wasser löst eine sofortige Stressreaktion aus:
1. Der „Kick“: Der Körper schüttet Adrenalin, Noradrenalin und Endorphine (Glückshormone) aus. Das macht wach, euphorisch und unterdrückt Schmerzempfinden.
2. Schutzreaktion: Die Blutgefäße in Armen und Beinen ziehen sich schlagartig zusammen, um das warme Blut zu den lebenswichtigen Organen im Rumpf zu leiten.
3. Danach: Kommt man aus dem Wasser, weiten sich die Gefäße wieder. Warmes Blut strömt zurück in den ganzen Körper – das erzeugt das bekannte „wohlige Glühen“.
Was sind die gesundheitlichen Vorteile?
Regelmäßiges Kältetraining – und dazu gehört auch schon die kalte Dusche am Morgen – kann erstaunliche Effekte haben, wenn es korrekt durchgeführt wird.
· Stärkung des Immunsystems Der Kältereiz trainiert das Gefäßsystem und scheint Studien zufolge die Anzahl der weißen Blutkörperchen (unsere „Abwehr-Polizei“) zu erhöhen. Der Körper wird „abgehärtet“ und resilienter gegen Infekte.
· Natürliche Entzündungshemmung Die Kälte wirkt wie ein körpereigenes Kortison. Sie kann helfen, chronische Entzündungsprozesse im Körper zu reduzieren. Sportler nutzen dies schon lange zur Regeneration (weniger Muskelkater).
· Boost für die Psyche Der oben genannte Hormon-Cocktail wirkt wie ein natürliches Antidepressivum. Viele Eisbader berichten von einer stark verbesserten Stimmung, höherer Stresstoleranz und einem klaren Kopf nach dem Bad.
· Anregung des Stoffwechsels Der Körper muss enorm viel Energie aufwenden, um die Kerntemperatur zu halten. Dies regt den Stoffwechsel an und könnte sogar helfen, das „gute“ braune Fettgewebe zu aktivieren.
WICHTIG: Die ärztliche Warnung
Eisbaden ist ein extremer Reiz für den Körper und nicht für jeden geeignet!
Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder bekannter koronarer Herzkrankheit, sollten unbedingt darauf verzichten oder nur nach ausdrücklicher ärztlicher Rücksprache damit beginnen. Der Kälteschock kann den Blutdruck gefährlich in die Höhe treiben und das Herz überlasten.
